Donnerstag, 09.09.2010

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Andreas F.

am Donnerstag, 27-05-10 21:32

Hallo Marco,

ich bin über das Wolfshagen-Stichwort auf die Seite gestoßen und habe deine Berichte über das Kinderheim mit Interesse gelesen, da ich in diesem Heim als Kind selbst zwei Jahre verbracht habe.

Ich habe es anders erlebt. Die Fakten, die du nennst, kann ich im Großen und Ganzen zwar bestätigen. Auch ich war zuerst monatelang, bis zu den Weihnachstferien, nicht zu Hause. Auch ich durfte nur einmal die Woche telefonieren, hatte ein Besuchswochenende im Monat etc. Auch ich war einem strengen Regelwerk unterworfen, auf dessen Einhaltung gepocht wurde. Aber ich habe in den zwei Jahren sehr viel Spass gehabt! Ich hatte bald gute Freunde in der Gruppe, wir waren fast jeden Tag draußen im Wald, an der Innersten, auf dem Fußballplatz, es gab lustige Teeabende und Mitternachtsschwimmen.

Ich habe es, wie gesagt, anders erlebt. Doch ich kann auch deine Seite zumindest ein wenig verstehen. Wie man etwas erlebt, hängt ja von vielem ab. Offenbar hattest du schon zu Beginn durch das Jahr vor Wolfshagen eine Abneigung gegen Heime entwickelt. Manches hängt sicherlich auch an den einzelnen Erziehern, auch zu meiner Zeit gab es strengere und tolerantere, kompetente und latent überforderte. Ich habe auch beobachtet, wie einige Kinder besser mit der Heimsituation zurechtkamen als andere.

Heimweh hatte ich am Anfang auch. Genau wie dir wurde mir gesagt, man müsse sich erst einleben. Auf meine Frage, wie lange das Einleben dauern würde, sagte mir eine Erzieherin, so ungefähr ein halbes Jahr. Das hat sich in meinem Fall auch bewahrheitet. Als ich erst einige Wochen da war, wurde ein Junge nach drei Jahren Wolfshagen "entlassen" und hat vor Freude auf dem gedeckten Mittagstisch im Speisesaal getanzt. Aber nach sechs, sieben Monaten war ich wirklich gerne da! Als ich dann nach gut zwei Jahren selber dran war und nach hause zurückging, war ich traurig, meine Freunde und die inzwischen vertraute Umgebung zu verlassen.

Der Fälle des sexuellen Missbrauchs in Wolfshagen sind natürlich furchtbar und durch nichts zu entschuldigen. Soweit sie den verurteilten Psychologen betreffen, war das offenbar nicht zu meiner Zeit. Ich habe damals auch nichts Vergleichbares mitbekommen oder erlebt.

Bis ich deine Darstellung las, habe ich immer (wohl ziemlich naiv mein Erleben als objektiv setzend) geglaubt, jedes Kind in Wolfshagen fände es dort, zumindest nach der Phase der Eingewöhnung super und habe später vor allem positive Erinnerungen. Insofern bin bin ich jetzt dank deines Berichts klüger!

Kommentar:

Hallo Andreas,

ich danke dir für deine differenzierte Rückmeldung. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Kinder besser mit der Situation zurecht kamen als andere. Von daher glaube ich dir gerne, dass du deiner Zeit in Wolfshagen auch viel Positives abgewinnen konntest.

Den aus meiner Sicht entscheidenden Punkt sprichts du selbst an, nämlich das "strenge Regelwerk". E gibt sicher Kinder, die in bestimmten Situationen ein strenges Regelwerk brauchen. Auf der anderen Seite besteht immer die Gefahr, dass gerade die sensiblen und schüchternen Kinder unter diesen strengen Regeln leiden - und dass man ihnen damit auf lange Sicht mehr schadet als hilft.

Genau das ist es, was ich Wolfshagen vorwerfe: Die Regeln sind zu starr und lassen zu wenig Spielraum für den Einzelfall. Ich wünsche mir, dass man irgendwann auch in Wolfshagen erkennt, dass man nicht alle Kinder über einen Kamm scheren und nicht alle mit den gleichen Methoden behandeln kann.

 

Max

am Donnerstag, 27-05-10 21:06

Hallo Anne

Ein bisschen erkenne ich mich in dir wieder: habe 10 Jahre (!) lang mal intensiver, mal weniger vordergründig um ein Mädel gekämpft, dessen Probleme ich klarer gesehen habe als sie selber. Sie hat nie anerkannt, dass sie Hilfe braucht (hat Borderline oder was ähnliches) und ist nur immer tiefer versumpft, hat angebotene Hilfe nie angenommen. Sie ist so in deinem Alter und hat sich Schritt für Schritt von allen Menschen abgeseilt, die ihr bisher halbwegs zu Stabilität verholfen haben (tat es ihrem Vater gleich, der in ihrem Fall der zerstörerische Part der Familie war).
Ich hoffe, dein Freund ordnet sich selbst NICHT letztlich in diese Kategorie ein. Letztlich halte ich es für einen Fehler, dass du zur Polizei gegangen bist (oder besser: von deinen Eltern zur Polizei gegangen wurdest) BEVOR du das Gespräch mit ihm selber gesucht hast. Aber da ist jetzt nichts mehr dran zu ändern... Mein Eindruck ist allerdings, dass er sehr wohl vor seiner Mutter geflohen sein kann. Wie du sie beschreibst -- die Walross-Mutter, die ihr Kleines beschützt und es dabei erdrückt -- muss er sich erst von ihr zu lösen schaffen, bevor du mit irgendwelchem Fortschritt auf anderem Gebiet von ihm rechnen kannst.
Aber du hast über seinen Bruder Kontakt, richtig? Nach meiner Erfahrung hast du darüber die beste Chance, zugleich weder den Kontakt zu verlieren noch dich aufzudrängen (oder selbst aufzureiben): Wenn der Bruder (oder eine andere vertrauenswürdige Kontaktperson) über deine Haltung und Gedanken dazu bescheid weiß, kann er/sie davon sprechen und Kontakt herstellen, wann immer es gut sein mag. Damit wärst du den Druck los, "erraten" zu müssen, wann er wieder "aufnahmebereit" ist.
Und mit der Polizei kannst du vielleicht auch über die ganze Lage sprechen (auch was deine Sicht der Mutter angeht). Eigentlich müssten die auch dafür da sein, dir zu raten, wohin mit deinem Wissen und Wunsch zu helfen.
So meine Gedanken zu deinen Einträgen.

Gruß+Alles Gute,
Max

Kommentar:

Hallo Max,

ich glaube kaum, dass Anne bei der Polizei die richtigen Absprechpartner findet, denn Polizisten sind keine Therapeuten und können mit Sicherheit keine Therapieplätze für Pädophile vermitteln. Zumal ich immer noch glaube, dass es für Anne jetzt wichtiger wäre, auch mal loszulassen, anstatt ständig die Probleme ihres Ex-Freundes zu ihren eigenen zu machen.

 

Sanja B.
aus Karlsruhe

am Montag, 24-05-10 00:48

sanjicas(at)web.de

Hallo Marco,
nach längerer Zeit wollte ich dir gerne wieder berichten. Mit der Tatsache das mein Mann seine pädophile Neigung mit seiner Tochter aus 1. Ehe ausgelebt hat, habe ich mich inzwischen "abgefunden". Es ist wohl auch so, das er sie als Ersatz für ihre Mutter benutzt hat. Dazu kam auch die Erkenntnis, das er sich wohl wegen meiner damals 7jährigen Tochter mit mir eingelassen hat. Zum Glück ist sein Vorhaben gescheitert. Unsere gemeinsame Tochter ist jetzt 1 1/2 Jahre alt und er hat sie seit 2 Monaten nicht mehr gesehen. Bei den Treffen hatte ich ihn beobachtet und konnte sein Verhalten Sofia gegenüber nicht unbedingt als väterlich einstufen. Ich meine, das Kind auf den Arm nehmen und andauernd abknutschen und "ach ist die süß" vor sich hin labern ist für mich nicht typisches Papaverhalten. Ansonsten frägt er nicht, wie es der Kleinen geht oder ob sie etwas benötigt. Da ich seine letzten Vorschläge wegen Treffen abgelehnt habe, möchte er morgen zur Polizei gehen und sich da Hilfe holen :-) Ich halte es für besser, ihm den Kontakt zu Sofia ganz zu verwehren, denn ich befürchte das er immer mehr Zeit mit ihr fordern wird, denn er findet sie ja sooooo süß! Ich werde weiterhin bei Allerleirauh von einer Psychologin betreut. Am Donnerstag werde ich da wieder einen Termin wahrnehmen. Ich bin ganz schön aufgeregt, denn meine Stieftochter ist bereit mit mir da hin zu gehen und vielleicht sogar mit einer Therapie zu beginnen. Es wäre schön, wenn sie so die Chance, besser mit dem Trauma der Vergewaltigung und dem ganzen Kranken danach klarzukommen, wahrnehmen würde. Ich bin bereit, für den Schutz meines Kindes bis zum Äußersten zu gehen und hoffe, das er es bald aufgibt, Sofia für sich zu beanspruchen. Ein langer und steiniger Weg.....
LG Sanja

Kommentar:

Hallo Sanja,

es ist gut, dass du dem Schutz deiner Tochter weiterhin absolute Priorität einräumst. Ich bin sicher, dass du aufgrund seiner Vergangenheit gute Chancen hast, ihm den Kontakt mit eurer gemeinsamen Tochter zu unersagen bzw. eine Regelung durchzusetzen, nach der er sie zumindest nicht allein sehen darf.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Kraft!

 

Anne Schäfer

am Montag, 10-05-10 20:25

Liebe Carmen,

ich danke dir für deine Antwort, muss dich aber "enttäuschen", die Schuld habe ich bei mir gesucht als ich ein Kind war, als ich eine Kamera in meinem Zimmer fand vor nunmehr 4,5Jahren bin ich aus meinem Gefängnis ausgebrochen und habe mich der Tatsache gestellt. Das mein Stiefvater noch Kinderpornos etc. besaß kam durch meinen Bruder eher durch Zufall heraus, der es in derselben Woche auf dessen PC fand ( was für eine dumme Parallel in beiden Fällen doch herrscht... grusel) .
Aber darüber habe ich damals mit einer Psychologin gesprochen und komme super damit klar. Ich weis aus heutiger Sicht, dass ich als Kind logischerweise die Fehler bei mir suchte, das ist nunmal leider so. Aber ab dem Alter von 16 suchte ich die Schuld nicht mehr bei mir, sondern hasste meinen Stiefvater immer mehr. Bis halt dieser Supergau endlich bei der Staatsanwaltschaft mein Schweigen brach ( übrigens der Wixxer war ein Polizist und bekommt immernoch Geld vom Staat fürs Nichtstun... ihr wollt die Strafe für alles was er gemacht hat gar nicht wissen!!! abgesehn davon, dass er das 2te mal in Revision gegangen ist.)

Was den Brief angeht, ich überlege tatsächlich in wie weit ich einen schreibe um meine Wut auszudrücken, aber auch um meinen nunmehr besser gesagt Exfreund dazu zu bringen wirklich die Therapie in der Berliner Charité zu machen, soweit ich weis, hat er seinem Bruder schon gesagt er will es machen, der als ( ebenfalls ) Polizist kannte das Projekt wohl auch, ich habe durch meine neue Psychotante davon erfahren, die stolz ist wie ich mit der Sache umgehe.

Aber mal ehrlich, ich habe es eher gemacht weil meine Eltern das entschieden, ich war zu 0 mehr in der Lage, ich kann mich kaum mehr an den Ablauf des Tages erinnern, es ist alles so verwaschen in meinem Kopf, dass ich kaum mehr weis wie ich da rausgekommen bin ;)
ABER ich habe es geschafft.

So und um mich abzulenken, setze ich mich jetzt mit ein paar Kommilitonen in eine Bar und quatschen ein bisschen.
Schließlich muss ich ja nicht mein Studium für ihn hinwerfen. Ich möchte schon, dass er alleine seinen Arsch aus der Scheiße hebt. Und um es nett zu sagen " Wer bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte den Kopf nicht hängen lassen" ( oder hab ich was falsch verstanden... *lach* )

Bis später dann, ich freue mich gerne über eure Kommentare.

PS.: Carmen könnte man via Email in Kontakt treten??? Meine steht bei meinem ersten ja dabei, musst halt nur wenns geht ein Betreff hinterlassen, dass ich es aus dem Spamordner filtern kann und nicht ausversehen lösche.
Natürlich nur, wenn du damit einverstanden bist ;)

Wünsche euch allen noch einen tollen abend!!!

 

Carmen aus Bayern

am Montag, 10-05-10 09:04

Carmen_aus_Bayern@web.de

Liebe Anne

Als Missbrauchsopfer wirst auch Du dazu neigen, die Schuld bei Dir zu suchen. Du hast in der Situation sehr engagiert gehandelt. Es ist gut zu verstehen, wenn Du jetzt Angst vor der eigenen Courage bekommst. Schreibe Dir alles, was Du Deinem (Ex)freund mitteilen möchtest in einem langen Brief von der Seele, nur gib ihm diesen Brief nicht, sondern verbrenne ihn feierlich oder werfe ihn in einen Fluss und lasse ihn davon treiben. Das wird Dir beim Loslassen helfen.

Deinen (Ex)freund wirst Du nicht therapieren können, aber Du hast in dieser Beziehung sehr viel gelernt und wirst Deine Reife in Deine nächste Beziehung einbringen.

Ich wünsche Dir alles Gute für Dein Leben
Carmen

 

Anne Schäfer

am Sonntag, 09-05-10 23:58

Nun ja, ich muss dir nur eben berichtigen,
er ist gesprungen weil die Mutter kam und nicht weil er das wollte. Das Problem ist eher dass er scheinbar unheimliche Angst davor hat vor sie zu treten. Das er mich momentan nicht sehn will, weis ich übrigens vom besten Freund, die Mutter redet kein Wort mit mir ;) aber sein Bruder steht zu mir, zumal er selber Polizist ist und eine Tochter hat.

Was ich weis ist, dass ICH auf gar keinen Fall eine Schuld an dem trage, was er gemacht hat. Ich weis auch vom Bruder, dass er wohl an der Therapie in der Berliner Charité mitmachen möchte, allerdings geht das nur, wenn kein Verfahren anhängig ist, was nunmal geradeeben das Problem ist.
Ich habe oftmals das Gefühl gehabt, dass er keine eigenständige Person ist, aber wie kann man ihm vielleicht durch Bruder oder Freunde vermitteln, dass er es verdammt nochmal schaffen muss endlich seinen Arsch hochzuheben und die Dinge anzupacken...
Übrigens scheint er mit der Psychologin im Krankenhaus zu reden, aber über was genau weis leider keiner... scheinbar war ich aber auch schon Thema... Momentan denke ich eher, dass sein Verhalten darauf zurückzuführen ist, dass er mal wieder nicht seine Mutter enttäuschen will und die ist nunmal absolut gegen mich, weil warum habe ich nicht erst mit ihm geredet sondern bin gleich zur Polizei und blablabla... letzten Endes ist sie nicht in der Lage sich in meine Situation zu versetzen und negiert die Taten die an den Kindern getan werden, schließlich wurden sich ja nur die Bilder angeschaut. Dies negiere ich keineswegs und will deshalb dass er in Behandlung geht, egal was dafür geschehn muss, werde ich versuchen eben dafür zu sorgen!!!
Auch wenn er mit mir kein Wort mehr reden sollte, aber das schulde ich denke ich selber den Kindern die ich da so leiden sehn musste... Mir reichten die ersten 3 wirklichen Bilder... auch wenn wohl nur wenige als kinderpornographisch eingestuft wurden, aber so ist doch eine Hemmschwelle überschritten die ich nicht dulden kann, als erwachsener Mensch mit einem Verstand der noch halbwegs gesund ist und versucht klar zu denken ;)

Übrigens komme ich mit der Sache an sich was bei mir früher war mittlerweile bestens klar, ich bin nunmal eine starke Person *lach*
Ich komme nur mit der momentan nicht klar, weil ich mir so sehr wünsche wenigstens einmal mit ihm sprechen zu können um für mich halt den Schlussstrich zu ziehen oder zu wissen wie ich ihm weiterhelfen kann.
Abgesehn davon, es kommt für mich wohl kaum noch eine Beziehung in Frage, ich kann mir ein Sexualleben mit ihm nicht meh vorstellen unter der Entwicklung der Sache. Auch wenn Gefühle da sind, kann ich mich doch nicht über meinen Verstand hinwegsetzen, dass ich mit ihm nie das bekommen könnte, was ich mir wünsche. Kinder!!!
Vor kaum 1 Jahr wünschte er sich noch immer eine Tochter zu bekommen, wollte allerdings seit geraumer Zeit keine Kinder mehr haben. Mein Wille ist jedoch eine bessere Mutter zu sein als ich eine hatte und mit einem Mann glücklich zu leben, na ja vielleicht auch eine Frau ;) mal schaun...
Ganz so sicher bin ich mir in dem Punkte nämlich noch nie gewesen.
Ich steh wohl eher auf beides ein bisschen.

Aber gibt es wirklich keine Chance ihm vielleicht einen Brief oder ähnliches zu schreiben und ihm Mut zu machen, oder sollte ich mich eher wirklich komplett von ihm fernhalten???
Entspräche das nicht eben jenem "Sitzenlassen" von dem hier auf relativ vielen Seiten die Rede war???

lg

Kommentar:

Hallo Anne,

ich danke dir für die nachträglichen Informationen. Das ändert aber nichts an meiner Antwort von vorhin: Du hilfst ihm nicht, wenn du ihm jetzt hinterläufst und dich für sein Leben verantwortlich fühlst.

Das mit dem Brief ist vielleicht gar kein schlechte Idee, sozusagen als letzter Versuch. Wenn er darauf auch nicht antwortet oder dir weiterhin ausrichten lässt, dass er keinen Kontakt zu dir wünscht, würde ich sagen: Vergiss ihn einfach, so traurig es auch ist!

 

Anne Schäfer
aus Halle

am Sonntag, 09-05-10 22:40

aks10@web.de

Liebe Leser und Pädophilen,

ich muss ernsthaft gestehen, dass ich bis vor wenigen Tagen auch dachte, dass Pädophil gleich Kindesmissbrauch ist, da ich selber vor nicht wenigen Jahren mehrfach versucht Opfer durch meinen Stiefvater wurde.
Und nun nachdem ich endlich glücklich mit meinem Freund war ( außer das ich vermutete er geht fremd und ich ihn immermal kontrollierte heimlich ), musste ich feststellen, dass er mehr in einer eigenen aufgebauten Traumwelt lebt als ich selber wahrhaben wollte. Mit seinen nunmehr fast 30 Jahren ( macht fast 10Jahre Unterschied zwischen uns ) habe ich ihm alles anvertraut was mir passiert ist.
Als ich vor kurzer Zeit auf seiner externen Festplatte allerdings Kinderpornographische Schriften entdeckte ( dazu gesagt fast nur "Posing" was ich weis ) bin ich in meine eigene Kindheit versetzt wurden und habe einfach nur noch geheult und nicht mehr gewusst was ich machen sollte. Es einfach leugnen wie meine Mutter wollte ich nicht, nachdem ich bis heute darum kämpfe, dass mein Stiefvater dafür bestraft wird was er mir, und indirekt anderen Kindern via den Bildern und Pornos, angetan hat.
Nun mehr stelle ich erschreckend fest, dass mir mein Freund ? Exfreund, nie auch nur annäherungsweise berichtet hat was in ihm vorgeht und ich ihn trotzdem liebte. Ich habe immer gedacht ich müsste ihn demnächst verlassen, weil er mir fremdgeht... Derweilen hat er auch in seiner vorherigen Beziehung immer fremd Sex gehabt mit einer Art Muttertyp, was er bei mir allerdings noch nicht hatte, wie mir sein bester Freund berichtete.
Da ich allerdings zur Polizei ging und ihn anzeigte, wie es leider von gesetzeswegen verlangt wird, und meine Eltern für mich entschieden, weil ich zu nichts mehr in der Lage war als umgehend aus unserer Wohnung auszuziehen, bevor er wieder nach Hause kommt, hatte ich nie die Chance ( bis heute ) mit ihm darüber zu reden.
Eine Tag später erfuhr ich von seinem Versuch sich selber umzubringen, den ich nicht als solches sehe. Er ist als seine Mutter vor seiner Tür stand aus dem 4. Stock gesprungen mit aufgeschlitzten Pulsadern... Dies alles geschah aber nachdem die Polizei weg war.
Im Nachhinein erfuhr ich über seinen besten Freund unheimlich viele Dinge bezüglich der sexuellen Komponente und mit dem Wissen dass er seinen Vater nie wirklich kannte, da früh verstorben, er auch leider wohl ein absolutes Papakind war und den Texten hier, stelle ich mit erschrecken fest, dass seine Mutter scheinbar sehr viel dazu beigetragen hat ohne es zu wollen. Meine Psychologin vermutet sogar, dass sie ihn evtl selber missbraucht hätte, allerdings weis ich das nicht so genau =(
Sie hat ihm im Krankenhaus wohl so zugesetzt, dass er mich momentan unter keinen Umständen sehen will, vllt auch nie wieder, was mich unheimlich traurig macht, weil ich zur Polizei gegangen bin, damit er in eine Therapie oder so kommt. Ich habe immer wieder nur gesagt, ich will, dass man ihm hilft.
Ich wollte nicht, dass das passiert was passiert ist, weis aber, dass ich aus meiner Sicht als selber misshandeldes Kind nicht anders handeln konnte.

Ich würde jetzt also gerne von den Pädophilen ( also Betroffenen ) und anderen Frauen ( die Pädophile Männer haben ) wissen, wie ich vielleicht mit der Sache umgehn kann. Ich habe ihm übermitteln lassen, dass ich ihn liebe und ich ihm helfen möchte, weis nur er hat die Augen verleiert und sich weggedreht, momentan liegt er sicherlich eh noch eine ganze Weile im Krankenhaus. Für mich wäre wichtig zu Wissen, wie bekomme ich ihn aus seinem Mutterkomplex und wie kann ich ihm helfen, auch wenn er vielleicht nie wieder mit mir sprechen will, weil für die Mutter ( und momentan damit auch für ihn, weil sie ihn extrem beeinflusst, trotz seines Alters ) bin ICH die "Inkarnation des Bösen".
Ich bin die, die die Schuld trägt, auch wenn ich für seine Neigung nichts kann. Ich habe ihn in die Situation gedrängt. Sie sieht halt scheinbar nur ihr armes Kind im Krankenhaus, was man nur noch mehr bemuttern muss und merkt nicht, dass sie ihn immer mehr in eine Ecke drängt, oder warum ist er wohl vor IHR aus dem Fenster gesprungen, als sie die tür aufschließen ließ, weil er nicht öffnete??? Es war doch eine Fluchtbewegung vor ihr??? Oder warum könnte er den Weg aus dem 4ten Stock sonst so gewählt haben????

Ich bin momentan total verwirrt und wünschte einen Ausweg zu sehen, aber vielleicht gibt es hier wirklich jemanden der mir die Sache aus der Sicht eines Pädophilen und aus der Sicht eines Beteiligten schildern kann.

Ich danke euch im voraus dafür ;)

Anne

Kommentar:

Hallo Anne,

das ist wirklich ein traurige Geschichte, in die du da hinein geraten bist. Es spricht für dich, dass du deinen Freund liebst und ihm helfen möchtest. Auf der anderen Seite hast du deine eigene Geschichte aufzuarbeiten, unter der du ja auch bis heute leidest. Gerade bei Frauen, die als Kind selbst missbraucht wurden, erlebe ich es oft, dass sie an Männer geraten, die selbst eine Täterproblematik haben. Warum das so ist, darüber kann ich nur spekulieren, aber ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn Frauen, die früher selbst missbraucht wurden, ausgerechnet mit pädophilen Männern zusammenleben, die obendrein noch Schwierigkeiten haben, ihre Neigung zu kontrollieren.

Das mit dem Suizidversuch deine Freundes ist tragisch, zeigt aber auch, dass er ein sehr labiler Mensch ist, der nicht in der Lage ist, für sein Verhalten die Verantwortung zu übernehmen. Dass er dir über seine Mutter ausrichten ließ, dass er dich nicht sehen will, ist aus meiner Sicht ein ganz schwacher Charakterzug, der absolut nicht für eine gemeinsame Zukunft spricht. Vor allem musst du dir vor Augen halten, dass du nicht schuld bist an seinem Verhalten. Er ist derjenige, der Scheiße gebaut hat und es ist SEINE ureigene Pflicht, dafür gerade zu stehen!

Er wird sich wegen der kinderpornographischen Bilder vor Gericht verantworten müssen. Davon unabhängig könnte er sich aber auch aus eigener Initaitive um einem Therapieplatz bemühen und damit zeigen, dass er gewillt ist, in Zukunft nicht wieder straffällig zu werden. Nachdem, was du über ihn schreibst, bezweifle ich aber, dass er dazu stark genug ist. Trotzdem liegt es jetzt an deinem Freund, sich selbst aus der Schlammassel zu ziehen. Es bringt ihn auf keinen Fall weiter, wenn du jetzt die Verantwortung für ihn übernimmt und ihn bemutterst, so wie seine eigene Mutter das anscheinend viel zu lange getan hat. Für dich sollten die tragischen Vorkommnisse eher Anlass sein, zu überlegen, was für DICH und dein eigenes Leben gut ist. Wie gesagt: Es spricht für dich, dass du deinem Freund helfen möchtest, aber es bringt weder dich noch ihn weiter, wenn du dich für Dinge verantwortlich fühlst, für die du nicht verantwortlich bist.

Ich wünsche dir die notwendige Kraft, um für dich die richtige Entscheidung zu treffen, ob du weiterhin mit deinem Freund zusammenleben kannst und möchtest. Ich bin da aber wie gesagt sehr skeptisch, das sage ich dir auch ganz ehrlich so.

 

Carmen aus Bayern
aus Bayern

am Sonntag, 09-05-10 02:28

Carmen_aus_Bayern@web.de

@NewMan

Mir wird die Gefühlswelt eines pädophil empfindenden Menschen sicher verschlossen bleiben.

Das es nicht einfach ist, sich zu outen verstehe ich sehr wohl. Ich sehe aber, dass Du auf einem guten Weg bist. Auch aus meiner Position heraus ist dieses Outen alles andere als leicht. Aufzustehen und zu sagen, schaut her, ich bin die Mutter, die nicht mitbekommen hat, dass mein Mann unser Kind „angefasst“ hat, kostet sehr viel Mut. Genau so auch, sich in der Öffentlichkeit zu fragen, warum war ein Link von einem Kinderforum auf unserem Computer, als unsere Kinder schon viel zu alt für dieses Forum waren und selber Computer hatten.

Es geht mir keineswegs darum, dass sich verantwortungsbewusste Pädophilie zusätzliche Seelenqualen auferlegen. Aber diejenigen, die meinen ihre pädophile Neigung gepaart mit kriminellen oder kranken Eigenschaften ausleben zu müssen, haben nicht das geringste Interesse daran, sich als pädophil zu outen.

Inzwischen habe ich schon mit vielen Leuten über die Situation meiner Familie gesprochen und in den meisten Gesprächen mit einem Hinweis auf Marcos Seiten betont, dass Pädophilie eine Krankheit ist und keineswegs mit Missbrauch gleichzusetzen ist.

Das ist mein kleiner Teil an Aufklärungsarbeit und ich hoffen, dass es bald möglich ist, dass Ihr Euch outen könnt, denn nur so können wir die Spreu vom Weizen trennen! Wann immer ich Gehör finde, werde ich auf diesen entscheidenden Unterschied aufmerksam machen.

Licht und Liebe
Carmen


 

NewMan
aus Deutschland

am Samstag, 08-05-10 00:56

newmans584@yahoo.de

@Eve Metz und Carmen
Was Eure Männer Euren Kindern angetan haben, ist schlimm und traurig.
Und natürlich wäre es besser gewesen, sie hätten von vornherein mit offenen Karten gespielt.
Allerdings ist es nicht einfach, sich zu outen.
Wird die „neue Flamme“ gegenüber anderen Personen schweigen können/wollen? Je mehr Leute davon wissen, umso größer wird die Gefahr. Ein „Leck“ reicht schon für den sozialen Supergau.
Was ist, wenn es wieder auseinander geht- wird sie ihr Wissen zur Waffe gegen mich machen, oder verantwortungsvoll damit umgehen?
Wird sie überhaupt mit diesem Wissen umgehen können, oder ist die Beziehung beendet, gleich nach dem Outing?
Die Offenbarung ist ein wichtiger Baustein zur Prävention. Paradoxer Weise ist es gerade das gesellschaftliche Klima, welches uns diesen Schritt so unsagbar schwer macht. Das sehe ich als einen Teil der Verantwortung, die die Gesellschaft in diesem Thema zu tragen hat.

Mein engeres Umfeld weiß Bescheid, was sehr hilfreich und wichtig ist.
Aber, es gibt etliche Personen, die mir wichtig sind, bei denen klar ist, wüssten sie davon, dann wäre es aus. Dieser Zustand zwingt mich zu Lügen. Und ich zwinge letztlich die Eingeweihten zu lügen, mindestens aber dazu, zu schweigen. Traurige Sache.

Ich habe Väter kennen gelernt, deren Kinder waren der Grund für ihre Teilnahme am Projekt.
Wegen der Pädophilie des Partners muss man einen Kinderwunsch nicht unbedingt begraben. Zumal ja auch die Chance besteht, dass der Nachwuchs das „falsche“ Geschlecht hat....
Aber natürlich ist es eine sehr besondere Situation, die viel Fingerspitzengefühl und Mühe von allen Eingeweihten verlangt, wenn die Situation zur großen Herausforderung wird.

Ich würde sagen, meine Nichte profitiert sogar von mir. Das informierte Umfeld ist bezüglich der Missbrauchsproblematik wacher, aufmerksamer. Das richtet sich nicht zwangsläufig gegen mich. Es wird hierdurch wahrscheinlicher, dass gewisse Anzeichen vielleicht eher bemerkt würden, sollte es hierfür einen Anlass geben...
Wo immer es geht, bemühen wir uns, die Kleine stark zu machen, zu wappnen. Sie weiß, dass sie mit Problemen immer zu uns kommen kann. Ihre Grenzen bezüglich der körperlichen Nähe kommuniziert sie schon jetzt wunderbar und mit Nachdruck,… . Das ist kein Zufall, sondern Teil unserer Erziehung, wenn ich das als Onkel so sagen kann. ;-)

Natürlich ist das Verhältnis zwischen meiner Nichte und mir ein sehr besonderes.
Es ist einerseits geprägt von einer emotionalen engen Verbundenheit zwischen uns, die sie sicherlich auch wahr nimmt.
Andererseits halte ich mich aus Situationen raus, in denen ich nichts verloren habe.

Einerseits ihr so nahe sein, wie es sich für einen Onkel gehört.
Andererseits die Distanz halten, wie es für mich als Pädo nötig ist.
Das ist der Rahmen, in dem ich mich bewege.

Liebe Grüße und alles Gute
NewMan

 

NewMan
aus Deutschland

am Samstag, 08-05-10 00:38

newmans584@yahoo.de

@w21
Danke für Deine freundlichen Worte.
Wie Du schon richtig erkannt hast, ist der Sinn dieser Seite unter anderem der, anderen Pädos oder Leuten, die sich noch nicht sicher sind, Hilfestellung zu geben.
Ich für meinen Teil bringe mich aber zu diesem Thema im Internet noch aus einem weiteren Grund ein.
Information sehe ich als die Basis jeder Prävention. Nicht nur im Hinblick auf die Pädos. Sondern auch im Hinblick auf den ganzen „Rest“ der Gesellschaft. Eltern, Lehrer, Politiker, Medienverantwortliche, Opfer sexueller Gewalt…
Im Wesentlichen habe ich drei Säulen, auf denen mein Umgang mit meiner Pädophilie und mir nahe stehenden Mädchen ruht.
1.Meine Achtung gegen über dem Kind, meine Selbstachtung, die Achtung der Menschen, die mir wichtig sind.
2.Das Präventionsprojekt „Dunkelfeld“
3.Dass ich die Chance hatte, mich in meinem Umfeld zu outen. Das wäre in einem Umfeld, in dem man z.B. glaubt, dass Pädophilie gleichzusetzen sei mit Missbrauch, nicht möglich gewesen. Die Basis dieser dritten Säule ist also die korrekte Information. Nicht von mir selbst, sondern meines Umfeldes.

Was ich damit sagen will ist folgendes:
Es ist nicht nur wichtig für den Kinderschutz, dass Pädophile an die richtigen Infos gelangen (z.B. nicht der Einverständlichkeitslüge aufsitzen, sich die Frage ihrer Verantwortung richtig beantworten, bezogen auf ihre Gefühle (NICHT verantwortlich), wie auch auf ihr reales Verhalten (SEHR WOHL verantwortlich). Sondern auch die Gesellschaft muss in die Lage versetzt werden, Entscheidungen aufgrund richtiger Infos zu treffen und nicht aufgrund von Polemik, Halbwahrheiten, Desinformation. Doch genau das ist vielerorts der Fall.
Falsche Infos führen zu falschen Schlussfolgerungen, zu falschen Entscheidungen, letztlich zu falschen Maßnahmen. Sie sind also Gift für die Prävention.

Dieser verheerenden Entwicklung entgegenzuwirken, das ist mir ein weiteres wichtiges Anliegen. Allerdings habe ich sehr unterschätzt, mit welcher Vehemenz falsche Sichtweisen in der Gesellschaft gehalten und verteidigt werden, nur weil sie schön quadratisch und einfach sind, man sich das Differenzieren erspart. Und natürlich, weil viele falsche Behauptungen so schön von den Chancen und somit auch von der Verantwortung der gesamten Gesellschaft ablenken. Und somit auch von der individuellen.

Freundliche Grüße
NewMan

 

NewMan
aus Deutschland

am Samstag, 08-05-10 00:34

newmans584@yahoo.de

Hallo Marco,
herzlichen Glückwunsch für Deinen Auftritt bei den Bayern.
Ich fand die Sendung recht gut.
Es war/ist nur ein Punkt, der mich wurmt:
Ja, das Präventionsprojekt "Dunkelfeld" dient dem Kinderschutz und der Prävention. Es ist richtig und wichtig, das zu erwähnen und zu verinnerlichen.
Darüber hinaus aber hilft es den Teilnehmern selbst doch aber auch, wesentlich besser mit dem Problem leben zu lernen, selbst für sich selbst besser damit klar zu kommen.
Schließlich gibt es nicht wenige Pädos, die aufgrund der Pädophilie alkohol-, drogen-, spielsüchtig … sind, und/oder mit schwersten psychosomatischen Folgen und Depressionen zu kämpfen haben, was nebenbei erwähnt, ein erheblicher Kostenfaktor für die KK ist. Selbst Suizide werden begangen, aufgrund einer Pädophilie.

Rheumatiker, Astmatiker, oder eben auch Alkohol-, Drogen- oder Spielsüchtige ... müssen sich doch auch nicht permanent vor der Gesellschaft dafür rechtfertigen, dass sie bei der Bewältigung ihres Problems (u.U lebenslange) Hilfe benötigen.

Ich werde nie verstehen oder akzeptieren, dass man diese sinnvolle Unterstützung zur Aufwertung der Lebensqualität von pädophil empfindenden Menschen nicht gleichberechtigt neben dem Präventionsgedanken stehen lassen und akzeptieren kann.

Natürlich war es auch wieder schade, dass Deine Website nicht erwähnt wurde.

Aber, ansonsten war die Sendung recht gut.
Überhaupt ist es wichtig, dass die Bayern mit ihrer Zweigstelle endlich in die Gänge kommen.

Liebe Grüße
NewMan

Kommentar:

Hallo NewMan,

danke für deine Glückwünsche! Ich fand die Sendung auch sehr gut. Sie war sachlich und kam ohne Effekthascherei aus.

Deine Gedanken zur Lebensqualität pädophil empfindender Menschen teile ich voll und ganz. Ich bezweifle nur, dass sich das der Öffentlichkeit vermitteln lässt. Präventionsprojekte bekommst du nur finanziert, wenn du deutlich machst, dass es dabei um Kinderschutz geht. Für unsere Lebensqualität werden wir wohl selbst sorgen müssen.

 

Carmen aus Bayern
aus Bayern

am Donnerstag, 06-05-10 22:53

Carmen_aus_Bayern@web.de

Hallo Eve,

mir ging es auch so, dass ich auf Marcos Seiten die brauchbarsten Infos fand.
Ich erfuhr die Übergriffe meines Mannes von unseren Kindern.

Ich bin auch der Meinung, dass eine pädophilie Neigung in einer Partnerschaft nicht verheimlicht werden sollte. So viel Vertrauen sollte doch da sein, wenn die Beziehung auf ehrlichen Gefühlen aufbauen soll.

Ich kann Deinen Gedanken nachvollziehen. Hätten wir vorher gewusst, welche Gefahr auf unsere Kinder lauert, dann hätten wir diese Kinder nicht in die Welt gesetzt. Vorher sind es einfach nur „Schwangerschaft, Babys, Kinder – namenlos und anonym“.

Doch jetzt sind sie da, und wir Mütter, die diesen Gedanken in der ein oder anderen Minute nun einmal hatte, sind sicher nicht die schlechtesten Mütter, denn wir lieben unsere Kinder, würden ihnen ihre schwere Last am liebsten abnehmen und machen uns den Vorwurf nicht beizeiten Lug und Trug erkannt zu haben.

Glaube mir, Du bist mit der Problematik nicht allein.

Licht und Liebe
Carmen

 

Eve Metz
aus Aarau

am Dienstag, 04-05-10 12:37

eve09@bluewin.ch

Hallo Marco

Danke, diese Website hat mich weiter gebracht. Mein Noch-Ehemann hat pädopfile Neigungen, wovon ich erst anlässlich einer Polizeirazzia vor 2 Jahren erfahren habe. Eine schlimme Zeit mit unbeantworteten Fragen folgte und ich entschloss mich, unser Kind zu schützen und auszuziehen. Wie es sich in der Zwischenzeit herausstellte, war diese Entscheidung goldrichtig, es war da auch schon etwas mit Bildern oder so gelaufen. Unser Kind wird jetzt therapiert. Jetzt bin ich am scheiden, das Thema hätte vor der Ehe auf den Tisch gehört und Kinder hätten wir nicht haben sollen! Schade um die verlorene Zeit: verlorene Zeit ehrlich zu sich und den engsten zu sein, verlorene Zeit sich therapieren zu lassen,

Grüsse, Eve

Kommentar:

Hallo Eve,

ich kann deine Wut absolut verstehen und habe auch keinen Zweifel, dass es richtig war, dich von deinem Mann zu trennen. Für den Neuanfang, der jetzt auf dich zukommen wird, wünsche ich dir viel Kraft.

Nur deine Aussage, ihr hättet zusammen keine Kinder haben sollen, erschreckt mich ein bisschen. Das hört sich fast so an, als würdest du es bereuen, dass du ein Kind bekommen hast. Das wäre sehr schade, denn das Kind kann nichts dafür, was sein Vater getan hat. Gerade jetzt, wo es von seinem eigenen Vater missbraucht wurde (so habe ich dich jedefalls verstanden), braucht es ganz besonders viel Liebe und Zuwendung, um diesen enormen Vertauensmissbrauch einigermaßen zu verkraften.

 

w21

am Montag, 03-05-10 20:33

Hallo Marco und auch die anderen Verfasser der RubrikPädo-Erfahrungen.

Ich möchte euch Danken, dass ihr den Mut habt euren Gedanken freien Lauf zu lassen, obwohl jedem von euch bekannt ist wie viele Menschen darüber denken.

Ich danke, weil ich denke, dass dies ein GROßER Schritt in die richtige Richtung ist. Erst wenn das Tabuthema aufgebrochen wird, können sich Pädophile informieren und sich helfen lassen. Erst dadurch wird ihnen die Möglichkeit gegeben sich mit sich selbst auseinander zu setzen und die Gefahr, die von ihnen ausgehen kann zu bändigen.
Ignoranz und todschweigen wird zu keiner Besserung führen. Und wie in den letzen Wochen sich nur den Mund darüber zu zerreißen oder es zu verfluchen auch nicht. (Was nicht heißen soll, dass die Aufgebrachtheit nicht gerechtfertigt ist. SIe alleine bringt nur leider nichts).
Ich habe die Berichte mit viel Interesse gelesen und hoffe, dass es noch viele tun werden.
Aufklärung ist eine gute Prävention, denn Wissen ist Macht...auch über sich selbst. Und ihr gebt das Wissen, das man sich und damit Kindern helfen kann.

Viele Liebe Grüße w21

 

Mai Glöckchen

am Dienstag, 27-04-10 19:55

kirschbluetennacht@yahoo.de

Hallo!

Ich als ehemaliges Opfer mehrerer pädophiler Straftaten durch den Lebensgefährten meiner Mutter, möchte Ihnen ein großes Lob aussprechen!

Es ist unfassbar, wie wie lange man diese Erfahrungen als Flecken und Narben auf seiner Seele mit sich trägt.

Menschen wie Sie geben ein wunderbares Beispiel ab, wie man auch Verantwortung gegenüber seiner Neigung übernehmen und anderen anderweitig Betroffenen neuen Mut schenken kann!

Es ist nicht leicht, diese Worte hier zu veröffentlichen, doch Sie haben den Dank verdient!

Liebe Grüße
Maiglöckchen

 

Gabriel

am Samstag, 24-04-10 23:34

@ Klaus Meininghess:

Ein Pädophiler wird seine Neigung immer verheimlichen müssen, unabhängig dessen, welchen Beruf er bekleidet. Ein Outing ist allenfalls innerhalb der Familie oder im guten Freundeskreis möglich, unter Menschen, zwischen denen tatsächliches Vertrauen existiert.
Selbstverständlich sollten Sexualstraftäter von pädagogischen Berufen ausgeschlossen werden, ob es sich nun um Pädosexuelle oder sonstige Täter handelt, spielt keine Rolle. Allein die Tatsache, dass Missbrauch an einem Kind verübt wurde, sollte da ausschlaggebend sein. Eine solche Feststellung kann nach gegenwärtigem Recht aber bereits durch das erweiterte Führungszeugnis getroffen werden.
Eine generelle Vorverurteilung empfinde ich aber als ebenso problematisch. Es mag zwar in der momentanen Diskussion untergehen, aber es gibt sie, die Pädophilen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die ihr Handeln reflektieren und die niemals einem Kind körperliches Leid zufügen würden. Der einzige Vorwurf, den man ihnen machen könnte, ist, dass sie überengagiert agieren. Und glaube mir: diese Pädophilen wissen, dass eine sexuelle Handlung an einem Kind unermessliches Leid verursachen würde!
Jedes missbrauchte Kind ist ein Kind zuviel! Aber wir sollten nicht übersehen, dass es auch nicht-pädophile Pädagogen gibt, die Heranwachsende begaffen und betatschen... und möglicherweise auch pädophile Pädagogen, die Kinder nur ein Stück ihres Weges begleiten und versuchen, ihnen Positives mit auf den Weg zu geben, weil ihr einziges Glück vielleicht darin bestehen kann, in dieser Form Gutes zu tun.

Gabriel

 

Klaus Meininghess
aus Berlin

am Samstag, 24-04-10 13:23

Problematisch sehe ich die Berufswahl als Pädagoge. Die
eigene Veranlagung müßte hier geradezu geheimgehalten
werden. Sich erst zu outen und dann um Verständnis bei den
Eltern und Kollegen zu bitten, dürfte für alle Beteiligten schon
mehr als zumutbar sein. E sei dann, Pädophilie wird als
Krankheit anerkannt, deren Trager von bestimmten Berufen
per Gesetz ausgsesschlossen werden. Gesundheitsprüfungen sind im Rahmen von Eignungstests
auch bei anderen Berufsgruppen normal.
Erstaber muß eine fundierte Forschung her, auf deren Grundlage die besondere Situation der Pädophilen erfasst
werden kann. Nur dan hat der Gesetzgeber eine Chance,
angemessen zu reagieren.

Kommentar:

Hallo Klaus,

auch ich sehe eine Tätigkeit in pädagogischen Berufen keineswegs als unproblematisch. Das ist meiner Meinung nach aber kein gesetzgeberisches Problem, denn bei straffällig gewordenen Pädophilen ist es auch jetzt schon möglich, sie aus pädagogischen Berufen auszuschließen. Der Gesetzgeber hat hier bereits nachgessert, indem er das "erweiterte Führungszeugnis" eingeführt hat, mit dem zumindest der Schutz vor Wiederholungstätern verbessert wird.

Bei nicht straffällig gewordenen Pädophilen kann man nur im Einzelfall entscheiden, ob eine Tätigkeit im padogischer Bereich ist vertretbar ist oder nicht. Hierzu verweise ich auf meinen Kommentar aus dem vergangenen Jahr:

http://www.schicksal-und-herausforderung.de/politisches/bllv.html

 

Anonym

am Donnerstag, 22-04-10 17:07

Als ich auf diese Seite gestossen bin, war ich zuerst skeptisch, und ich habe mir alles sehr aufmerksam durchgelesen. Vielleicht doch irgendwo etwas versteckt, das ein ungutes Gefühl bei mir auslöst?
Ja, durchaus - ein paar der Beschreibungen über den Kontakt mit Kindern. Aber ich habe auch bemerkt, dass das aufgrund meiner Erfahrungen negative Gefühle auslöst, und nicht weil meine Alarmglocken zu Recht losgehen.

Ich bin bis zu meinem siebten Lebensjahr bei verschiedenen Verwandten und Bekannten meiner Mutter (ohne Vater) aufgewachsen. Sie war immer, auch danach noch, viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um eine richtige Bezugsperson zu sein.
Als ich sieben war lerne sie meinen Stiefvater kennen, zog mit mir zu ihm. Über die Jahre hinweg wurde er mein wichtigster und im Grunde genommen einziger Vertrauter.
Ich hatte das Gefühl, er versteht mich, auch auf eine Weise wie andere Erwachsene mich nicht verstehen konnten. Ein bisschen so, als wäre er selbst noch Kind geblieben.

"Zufälligen" Berührungen, die ich erst später einordnen konnte folgten "Aufklärungsunterricht" mit Anfassen und als ich dreizehn war dann der letzte Übergriff, bei dem es auch zu Berührung an meinen Genitalien und Eindringen kam.

Viel schlimmer, als der körperliche Missbrauch - auch wenn der ebenfalls bis heute sehr schwer wiegt und belastet - war für mich der enorme Vertrauensbruch. Meine ganze Welt ist einfach so zerbrochen, hat sich in eine Albtraumwelt verwandelt, in der es nichts Gutes mehr gab (oder besser: nichts Gutes mehr Bestand hatte).
Und das alles in diesem einen Augenblick, in dem mit drei Jahre später, nachdem ich erfolgreich verdrängt hatte, alles wieder einfiel. So als wäre es erst gestern passiert.

Heute bin ich Ende 20 und leide noch immer unter den Folgen. Und ich weine oft nicht nur um mich selbst, sondern auch darum, dass er alles was zwischen uns war kaputt gemacht hat, und ich wünschte es gäbe ein Zurück.
Er stand bei seinem letzten Versagen unter Alkoholeinfluss, was sicherlich dazu beigetragen hat, dass er auch die letzte Beherrschung verlor. Seit diesem Tag hat er keinen Tropfen mehr angerührt - aber ein zurück gibt es für mich trotzdem nicht. Das gäbe es selbst dann nicht, wenn er sich so engagieren würde, wie die Schreiber auf dieser Seite es tun.
Im Augenblick kämpfe ich mit mir, ob ich Anzeige erstatten soll, bevor die Tat verjährt. Weil ich für mich kämpfen will, mich vertreten will, nicht weil es mir um Rache geht.

Ich schreibe euch das, weil ich hoffe das meine Geschichte noch einmal ganz deutlich macht, was ihr diesen Kindern wegnehmen würdet, die ganz bestimmt dieses besondere Verhältnis, das ihr zu ihnen habt, spüren und sehr schätzen.

Alles Gute, viel Kraft + Freude.

Kommentar:

Liebe anonyme Schreiberin,

ich danke dir, dass du an dieser Stelle den Mut gefunden hast, so ausführlich von deinen schlimmen Erlerbnissen zu berichten. Deine Schilderungen sind beklemmend und zeigen ganz deutlich, wie wieviel ein sexueller Missbrauch in einem Kind kaputt machen kann. Umso mehr berührt mich dein Vertrauen, dass du mir und den Leser dieser Seite entgegen bringst.

Die Frage, ob eine Anzeige gegen deinen Stiefvater jetzt noch Sinn macht, solltest du mit einer Opferberatungsstelle oder einem Anwalt besprechen. Wie auch immer du dich entscheidest: Ich wünsche dir viel Kraft, dein Schicksal so gut wie möglich zu verarbeiten und dich nicht davon kaputt machen zu lassen!

 

NewMan
aus Deutschland

am Donnerstag, 22-04-10 13:09

newmans584@yahoo.de

Hi Marco,
so geschrieben stimme ich Dir absolut zu.
Jeder kann nur für sich selbst klar bekommen, was die Ursachen für seine Pädophilie gewesen sein könnten, vielleicht mit fachkundiger Unterstützung.
Und ja, es gibt bestimmte Risikofaktoren, die thematisiert, benannt und bestmöglich ausgeschlossen werden sollten und können.
Es gibt Dinge, die kann niemand beeinflussen, etwa den eventuellen genetischen Faktor. Andere wiederum sehr wohl. Zum Beispiel die soziale Traumatisierung eines Kindes, zu der ja auch die erlebte (sexuelle) Gewalt gehört.
Wenn es gelingt, den Mantel des Schweigens vom Thema zu nehmen, und die Scheuklappen, was ja gerade anscheinend und hoffentlich weiterhin geschieht, das Thema konstruktiv und nicht destruktiv (wie bisher so oft) zu diskutieren und Lehren daraus fest zu schreiben, aus denen gemeinsames sinnvolles, reales Handeln folgt, dann wäre das ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.

Da ich mich nun mal ganzheitlich für Kinder interessiere, fällt mir natürlich auf, dass viele Erwachsene mit den Kindern sehr „unempathisch“, sehr gedankenlos umgehen. Sich als Erwachsener öfter bemühen, die Welt aus den Augen eines Kindes zu sehen, kann den Erwachsenen nicht schaden und für ein Kind sehr wichtig sein.
Würden wir Erwachsenen allesamt bewusster mit Kindern umgehen, offenere Augen und Ohren für die kindlichen Probleme haben („Sorgen der Kinder sind schwer.“ Aus dem schönen Lied: „Gib einem Kind deine Hand von Nana Mouskouri, das mich u.a. durch die sehr schwere Zeit der Bewusstwerdung getragen hat http://www.youtube.com/watch?v=4HR6yAQdwlQ&feature=related)
Dann könnte schon etliches Richtiges getan und Falsches verhindert werden. Hierdurch hätte man viel mehr Chancen, Chancen zu erkennen.
Z.B. dem Kind schon in kleinen Gesten des Alltags zu vermitteln, dass es mit Sorgen und Problemen zu einem kommen kann, dass es gute Geheimnisse gibt, über die man schweigen sollte und schlechte Geheimnisse, über die man reden darf, es darin bestärken, in Bezug auf körperliche Nähe Grenzen zu setzen, auch gegenüber Erwachsenen, wenn es sich abgrenzen möchte,… Und dann auch selbst als Erwachsener lernen, mit Freude ein NEIN zu akzeptieren, wenn es „einen selbst trifft“…
Missbrauchssituationen eher wahrzunehmen und zu beenden… usw usf.

Der gesellschaftliche Diskussions-f und Erkenntnisbedarf diesbezüglich ist riesig.
Hoffentlich kommen wie jetzt auch in diesem Punkt weiter.

Gruß
NewMan

Kommentar:

Hallo NewMan,

diesmal stimme ich dir in jeder Hinsicht zu. Auch ich meine, dass die Diskussion um Ursachen und Risikofaktoren viel zu kurz kommt. In den Medien bekommt man häufig zu lesen, eine pädophile Ausrichtung sei "angeboren", obwohl das in dieser Vereinfachung nicht stimmt.

Ich glaube, für eine wirkliche Auseinandersetzung um die Ursachen von Pädophilie und sexuellem Kindesmissbrauch ist die Gesellschaft noch nicht bereit, denn dazu müsste sie sich auch selbst hinterfragen. Da ist es einfacher, wenn man sich auf die Behauptung zurückziehen kann, die Neigung zum Verbrechen sei angeboren, denn so umgeht man jede weitere Diskussion.

 

NewMan
aus D

am Mittwoch, 21-04-10 22:34

newmans584@yahoo.de

@Phönixfrau
Deine Hoffnung, dass wir alle diesen Kampf gemeinsam kämpfen, wird mittlerweile Stück für Stück Wirklichkeit.
Nicht irgendwann, sondern bereits JETZT!! :-)
Immer wieder outen sich z.B. in diesem Land weitere Pädos in ihrem Umfeld, weil sie das Schweigen nicht mehr ertragen können,… aber auch, um GEMEINSAM mit ihrer Familie und Freunden die Kinder des Umfeldes zu schützen. Das ist die beste Prävention, die man für nur 0,00€ bekommen kann.
Die unabdingbare Voraussetzung hierfür ist aber, dass sie die berechtigte Hoffnung haben können, nach dem Outing noch eine Familie oder/und einen Freundeskreis zu haben….
Solche Stammtischparolen wie: Alle Pädos sind Täter und alle Täter Pädos, Schwanz ab- oder Mordparolen usw. in innerfamiliären Gesprächen sind da eher kontraproduktiv.
Soziale Angst ist existenzielle Angst.
Und, wer nur die Wahl hat zwischen dem Prinzip Hoffnung und dem sehr wahrscheinlichen Verlust des sozialen Umfeldes nach einem Outing, der wird die Hoffnung wählen- u.U. mit fatalen Folgen…
Es ist unter Anderem wichtig, dass die Öffentlichkeit immer mehr erkennt, dass weit mehr von uns auf der richtigen Seite stehen, als viele glauben. Jene, die undifferenziert auf alle Pädos schießen, treffen uns, bildlich gesprochen, in den Rücken.
Wir sind auf dem Weg. :-)
Alles Gute für Dich.

@ Marco
Natürlich beschäftigt man sich in der Therapie auch mit der Vergangenheit. Klar.
Auch geht man der Frage nach, was dazu geführt hat, dass man so ist, wie man ist. Aber, wie Du weißt, gibt es auf diese Frage keine abschließende Antwort. Die Wissenschaft rätselt weiterhin.
Und selbst, wenn man es absolut wissen würde, was hilft es in der aktuellen Situation?
Die Therapie ist, wie Du weißt, eine Verhaltenstherapie. Es geht um die Veränderung/ Optimierung des eigenen Verhaltens, der eigenen Sichtweisen. Gegenüber einem selbst, wie auch gegenüber den Kindern und des Umfeldes. Ich für meinen Teil habe meinen inneren Frieden gefunden, bzw. bin auf einem guten Weg. Das Projekt war/ist mir hierbei eine wichtige Stütze, die ich zum wichtigen Zeitpunkt fand…
Meinen Frieden ziehe ich aus der Erkenntnis, dass ich nicht Schuld oder Verantwortung trage, an meiner Situation, das Recht habe, mich zu achten, trotz der Gefühle, der Phantasien… und dem Wissen, dass ich zwar nicht die Macht habe, meine Gefühle usw. zu verändern, aber sehr wohl mein Verhalten kontrollieren kann.

Der Kernsatz
NIEMAND ist verantwortlich für seine Gedanken, Phantasien und Gefühle
ABER
JEDER ist verantwortlich für sein reales Handeln.

Gibt mir zum einen meine Selbstachtung und Würde zurück
und
zum anderen mein Wissen um meine Macht über und meine Verantwortung für mein reales Handeln.

Dazu noch ein Mehr an Empathie, an Selbstkontrolle, an Handlungs- bzw. Vermeidungsstrategien, die Medikamente- und das Waffenarsenal ist gut gefüllt, auch ohne mein Wissen über die genauen Gründe. Wobei ich natürlich meine Vermutungen habe… .

Bis zum nächsten mal
NewMan

Kommentar:

Hallo NewMan,

warum man pädophil geworden ist, kann wohl jeder nur für sich selbst herausfinden, indem er sich mit seiner Lebensgeschichte auseinander setzt.

Für mich ist trotzdem klar, dass es bestimmte Risikofaktoren gibt, welche die Entstehung einer pädophilen Ausrichtung zumindest begünstigen. Ich habe darüber schon einiges geschrieben. Leider werden diese Risikofaktoren auch in der Fachwelt nicht immer klar genug angesprochen. Man verschanzt sich zu oft hinter der Formel vom "bio-psycho-sozialen Wirkmechanismus", dessen "genaues Zusammenspiel" noch unbekannt ist. Das ist mir zu wenig.

Ich frage mich, warum die Ursachendiskussion so scheut. Hat man Angst vor der geselllschaftspoltischen Diskussion, die damit verbunden wäre?

 

Phönixfrau Flügel
aus Bremen

am Mittwoch, 21-04-10 16:18

Saint.Gelais@gmx.de

Dankeschön an alle, die so nett, einfühlsam und mitfühlend auf meinen GB-Eintrag reagiert haben! Ich hoffe, es ist ok, wenn ich nochmals schreibe...ich möchte das GB keinesfalls als Forum mißbrauchen...

Lieber Max, mein Wunsch nach größtmöglicher Sicherheit für Kinder und mein Wissen das nicht alle gleich sind, läßt mich hoffen, dass wir vielleicht irgendwann alle GEMEINSAM diesen Kampf zusammen kämpfen! Das wär mehr als schön!
@NewMan:Dankeschön und dito! :) Wenn Ihr sehen könntet, wie sehr mir die Hände zittern beim Schreiben... ^^
Ich muß mich mit dem Thema befassen, wenn ich verstehen will...ich muß sehr viel Zeit investieren um heilen zu können...ich muß reden, wenn ich etwas ändern will und ich muß die Hand reichen, wenn ich Frieden möchte...Frieden in mir... Ich lese und lese und lese...und jedes Wort hier, jeder Kampf den Ihr kämpft, ist irgendwie auch mein Kampf... Auwei, ich hoffe, es mißversteht mich niemand... Und bevor ich noch wirrer werde, möchte ich auch heute meinen Eintrag mit einem Text von mir beenden. Danke nochmal... :)
******
Die Tränen des Phönix

Die Tränen des Phönix heilen Wunden, heißt es

Und ich verteile meine Tränen auf meiner Seele

Sehe, wie sie sich einbrennen -

- unauslöschlich -

Heilend?

Die Tränen des Phönix…

Meine Tränen

Blutige Tränen..reine Tränen…

Ich weiß nicht, ob ich mich heilen kann, aber wenn nicht mich…

…dann laß jede Träne für dich sein…

(c)Phönixfrau

 

NewMan
aus Deutschland

am Dienstag, 20-04-10 22:35

newmans584@yahoo.de

Hallo zusammen
gugst Du hier:
http://tvthek.orf.at/programs/1319-Thema/episodes/1355594-Thema-Spezial/1358242-Thema-Spezial[..] Sendung war natürlich nicht perfekt, aber, was ist das schon.
Unter anderem fand ich, dass Max´s "weiße Weste" nicht ausreichend benannt wurde. Auch im Werbetext ist die Rede davon, dass mit Opfern, Fachleuten und TÄTERN geredet worden sei...
Naja, und für einen Absolventen des Präventionsprojektes "Dunkelfeld" hätten es sicher auch 2-3 Minuten und Fragen mehr sein können, finde ich.
Ansonsten war es aber eine recht runde Sendung, würde ich sagen.

Glückwunsch an Max für seinen Part.
Freut mich, dass der Treff mit Herrn Feuerstein geklappt hat.

Bis demnächst
NewMan

Kommentar:

Hallo NewMan,

danke für den Link! Sehr gute Sendung mit vielen Informativen Interviews, sowohl mit Tätern als auch mit Opfern. Glückwunsch nochmals an Max: Das Interview war zwar vergleichsweise kurz, aber Max wirkte sehr selbstsicher und kompetent.

Was mich ein wenig gestört hat, ist die Aussage, bei der Therapie an der Charité ginge es nicht darum, die Ursachen der pädophilen Neigung zu ergründen. Wenn man der Charité tatsächlich diese Haltung vertritt, dann halte ich das für kritikwürdig. Nach meiner Erfahrung kann es nämlich sehr hilfreich sein, sich diese Ursprünge anzusehen und den Zusammenhang zur eigenen Lebensgeschichte zu erkennen. Nur wer den inneren Frieden mit sich und seiner Geschichte findet, kann auch den Frieden mit seiner Sexualität finden.

 

Max

am Montag, 19-04-10 22:30

Hallo Leute
Ich muss mich mal wieder hier melden, zum einen, weil gerade die Reportage vom Herrn Feurstein auf ORF lief. Ich freu mich riesig und war sehr positiv überrascht von seiner Art und Umgangsweise -- beim Interbiew. Und nun das fertige Werk zu sehen... Respekt!
Allein die Berichte in der Reportage haben manches aus der Therapie gehörte gar in den Schatten gestellt, welches Ausmaß an Grausamkeit Missbrauch enthält, wie schockierend es Kinder kaputtspielt als wären sie totes Spielzeug... Puhhh
Zum anderen habe ich deinen Beitrag Phönixfrau gelesen und war tief bewegt und traurig, mit dir traurig. Umso mehr schätze und achte ich deine Kraft, dich hier an uns zu wenden, die wir so oft (und medienwirksam) mit den Monstren aus deinem Leben gleichgesetzt werden. Wir tragen ein ähnliches Potenzial in uns, haben nur irgendwann den Kampf aufgenommen. Danke und buchstäblich ALLES Gute dir!
Max

Kommentar:

Hallo Max,

ich freue mich ebenfalls, dass deine erster Fernsehauftritt so positiv für dich verlaufen ist. Leider konnte ich die Sendung nicht mitverfolgen, da ich kein ORF empfangen kann. Ich hoffe, es gibt den Beitrag irgendwann auch im Internet zu sehen!

 

Anne Flock
aus Erkrath

am Montag, 19-04-10 12:45

adoptionsv@web.de

http://adoptionsv.com

Gewalt ist ein Selbstläufer und trägt sich weiter von Generation zu Generation. Das große Schweigen ist der Freund von Gewalt und Missbrauch. Die Scharm ist eine Komplitzin.
Es ist an der Zeit das Menschen sich trauen zu reden und zu schreiben. Ich habe 10 Jahre gebraucht um meine Geschichte niederzuschreiben. Schauen sie auf meine Seite www.adoptionsv.com . Hinschauen ist besser als wegschauen. Gewalt und Missbrauch, "Das kommt in den besten Familien vor. Sogar beim Herrn Pastor". Anne Flock

 

NewMan
aus Deutschland

am Sonntag, 18-04-10 22:07

newmans584@yahoo.de

Hallo Marco, @all
Ich möchte darauf hinweisen, dass am Montag dem 19.04.10 um 21.00h also zu bester Sendezeit und kurz vor dem Beginn des „runden Tisches“ auf ARD die NDR-Reportage „Sexobjekt Kind“ ausgestrahlt wird.
Die Sendung im ORF, die zeitgleich läuft, hat ja Marco schon erwähnt.

@Phönixfrau, A BH aus Bayern, Alexia Pusteblume
Ich danke Euch für Euren Zuspruch, guten Wünsche und dafür, dass Ihr Euch mit dem Thema „Pädophilie“ näher auseinander setzt.
Bei A BH denke ich, das es Deine Präventionsarbeit effektivieren wird, sich mit dem Thema Pädophilie zu beschäftigen. Mich persönlich würde interessieren, wie die Präventionsarbeit derzeit abläuft, welche Inhalte vermittelt werden. In der Sendung „Sexobjekt Kind“ sind mir diesbezüglich ein paar Defizite aufgefallen, auch wenn diese in der Sendung nicht direkt benannt werden.

@ Phönixfrau
Besonders Dir möchte ich für Deine Zeilen danken. Ich hoffe sehr, dass das Wissen, dass nicht alle Pädophilen „so“ sind, so was machen, ein wenig Balsam für Deine Seele sein mag. Es ist schlimm und macht betroffen, was Dir und Deiner Tochter angetan wurde. Tun wir mehr dafür, als nur zu hoffen und zu beten, dass solche schlimmen Verbrechen immer weniger und irgendwann vllt gar niemals mehr begangen werden.
Auch danke ich Dir sehr dafür, dass Du die Kraft investierst, Dich mit uns zu befassen.
Viele, die ähnliches Schlimmes, oder auch weniger, erlebt haben, wie Du, investieren diese Zeit und Kraft nicht- oder können es nicht, mit sehr negativen Folgen.
Mein(e) Dank, besten Wünsche und größte Hochachtung für Dich.

Mit freundlichen Grüßen
NewMan

 
 
aktualisiert: 30.06.2010