Mittwoch, 10.03.2010

Meine Ziele

 

Das Wichtigste zuerst: Sex mit Kindern ist und bleibt eine Straftat. Hier darf es keine falsch verstandene Toleranz geben. Das haben auch Menschen mit einer pädophilen Ausrichtung zu akzeptieren. Eine pädophile Ausrichtung ist in keinem Fall einen Entschuldigung für sexuelle Kontakte mit einem Kind. Jeder verantwortungsbewusste Erwachsene muss diese Tatsache anerkennen, egal ob er pädophil ist oder nicht. Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist etwas Furchtbares. Es ist wichtig, dass gerade wir als pädophil veranlagte Menschen uns das immer wieder bewusst machen.

Das enorme Ausmaß sexuell motivierter Gewalt gegen Kinder ist eines der schwerwiegendsten gesellschaftlichen Probleme überhaupt. Wohl kaum ein anderes Verbrechen ruft bei den Menschen derart starke Gefühle von Wut, Abscheu und Entsetzen hervor. Das Thema ist in der letzten Zeit zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Auch die Medien haben ihren Teil dazu beigetragen, die Menschen aufzuklären und zu sensibilisieren. Das öffentliche Bewusstsein ist inzwischen um einiges geschärfter und wachsamer als noch vor einigen Jahrzehnten.

 

Ein schwieriges Klima

Trotz der intensiven öffentlichen Debatte über sexuelle Gewalt wird dem Phänomen der Pädophilie als sexueller Präferenz nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eine pädophile Ausrichtung sieht man einem Menschen nicht an, genau so wenig an wie eine homo- oder eine heterosexuelle Orientierung. Das Klima in der Gesellschaft zwingt uns Pädophile umso mehr, unsere sexuelle Identität zu verbergen. Die Umgebung nimmt eine pädophile Ausrichtung in der Regel erst dann war, wenn sich jemand tatsächlich an Kindern vergangen hat. Das führt dann dazu, dass die pädophile Ausrichtung und die tatsächlich ausgeübte sexuelle Gewalt miteinander gleichgesetzt werden. Dabei ist es längst nicht so, dass jeder pädophil empfindende Mensch seine Sexualität zwangsläufig auch auslebt.

Es gibt Pädophile, denen sehr wohl bewusst ist, was sie einem Kind antäten, wenn sie ihre Phantasien in die Tat umsetzen würden. Viele sind an diesem tragischen Dilemma und den damit verbundenen inneren Konflikten schon zerbrochen. Sie werden depressiv, alkoholabhängig oder selbstmordgefährdet. Sie haben oft keinen Ansprechpartner, dem sie sich anvertrauen können. Das Thema pädophiler Gefühle ist immer noch ein absolutes Tabuthema, obwohl solche Gefühle weiter verbreitet sind, als die meisten das wahrhaben wollen. Hier besteht ein großer Aufklärungsbedarf. Für eine sachliche und differenzierte Diskussion ist das gesellschaftliche Klima derzeit noch viel zu aufgeheizt. Das ist verständlich, wenn man sich die immer wieder vorkommenden Verbrechen an Kindern ansieht.

Wenn ich aber sehe, was für Auswüchse die öffentliche Diskussion annimmt, dann bekomme ich es mit der Angst zu tun. Da wird Menschen mit pädophilen Empfindungen schnell die Menschenwürde abgesprochen; sie gelten als die Inkarnation des Bösen schlechthin. Wer so redet, hat nicht nur wenig Sachverstand, sondern ist auch kaum besser als diejenigen, die Kinder missbrauchen und vergewaltigen. Eine blindwütige Hexenjagd löst das Problem nicht, sondern sie verschärft es. Das große öffentliche Interesse an dem Thema ist aber im Prinzip ein gutes Zeichen.

 

Mut zu neuen Ansätzen

Viele Sexualforscher sind heute der Ansicht, dass eine pädophile Ausrichtung ein elementarer Bestandteil der Persönlichkeit ist. Sie gehört zum innersten Wesenskern eines Menschen und lässt sich nicht so einfach wegtherapieren oder umpolen. Man kann deshalb von einem pädophilen Menschen kaum verlangen, seine sexuelle Identität zu verdrängen und zu verleugnen. Seine Gefühle kann man ihm nicht verbieten. Es besteht aber die Chance, eine Form von pädophiler Identität zu finden, die ohne Sex mit Kindern auskommt. So ein Weg verlangt allerdings sehr viel Disziplin und ständige Arbeit an sich selbst. Es ist ein sehr persönlicher Weg, der ich hier beschreibe ‒ ein Weg, der bestimmt nicht für jeden gleichermaßen geeignet ist. Bei all dem habe ich stets eine klare Position: Ich spreche mich entschieden gegen sexuelle Kontakte mit Kindern aus. Dies ist und war seit jeher meine Überzeugung.

Mit dieser Homepage verfolge ich zwei Ziele: Zum Einen möchte ich anderen Pädophilen Mut machen, verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umzugehen. Zum Anderen möchte ich die Gesellschaft darüber aufklären, was Pädophilie überhaupt ist. Ich möchte zeigen, welche Ängste berechtigt sind und welche nicht. Es soll deutlich werden, dass eine pädophile Ausrichtung nicht von vornherein etwas böses ist. Niemand kann etwas für seine sexuellen Gefühle. Entscheidend ist, dass der Betroffene verantwortungsvoll mit ihr umgehen kann. Nicht alle schaffen das aus eigener Kraft. Ich bin überzeugt, dass die Gesellschaft eine Menge dazu beitragen kann, Pädophile bei einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrer Sexualität zu unterstützen. Das wäre ein unerlässlich wertvoller Beitrag zum Kinderschutz.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Menschen mit pädophilen Empfindungen werden angefeindet, allein gelassen und in die Isolation getrieben. Damit hilft man den Kindern aber überhaupt nicht. Unbestreitbar brauchen Pädophile klare und deutliche Grenzen, auf der anderen Seite aber auch Hilfe bei der Suche nach einer realistische Lebensperspektive. Dazu wären jedoch ein Mindestmaß an Offenheit und Unvoreingenommenheit notwendig. Vielleicht kann ich mit meinen Gedanken einen ersten Beitrag dazu leisten.

aktualisiert: 13.10.2009